Jährlich erleiden in Deutschland rund 700.000 Menschen Verbrennungen oder Verätzungen. Dabei handelt es sich um Verletzungen, die durch Hitze, Flammen, heiße Flüssigkeiten, Dampf, Strom, Chemikalien oder Strahlung entstehen. Je nach Tiefe und Ausdehnung der Hautschädigung werden Verbrennungen in verschiedene Schweregrade eingeteilt.
Verbrennungen ersten Grades
Verbrennungen ersten Grades betreffen ausschließlich die oberste Hautschicht (Epidermis). Typische Anzeichen sind Rötung, leichte Schwellung und Schmerzen, jedoch keine Blasenbildung. Ein bekanntes Beispiel ist ein leichter Sonnenbrand.
Diese Verletzungen können in der Regel selbst behandelt werden. Wichtig ist eine rasche Kühlung der betroffenen Hautstelle, idealerweise mit handwarmem bis kühlem Wasser (nicht eiskalt) für etwa 10–20 Minuten. Anschließend können kühlende und hautberuhigende Salben oder Gele aufgetragen werden. Die Haut sollte sauber gehalten und vor weiterer Reizung geschützt werden.
Verbrennungen zweiten Grades
Bei Verbrennungen zweiten Grades sind tiefere Hautschichten betroffen. Charakteristisch sind starke Schmerzen, Rötung, Schwellung sowie Blasenbildung. Diese Verletzungen sind deutlich schmerzhafter und infektionsgefährdet.
Als Sofortmaßnahme steht auch hier die Kühlung im Vordergrund. Die betroffene Stelle sollte möglichst schnell und ausreichend lange gekühlt werden, um das Fortschreiten der Gewebeschädigung zu begrenzen und die Schmerzen zu lindern. Brandblasen dürfen keinesfalls geöffnet werden, da sonst ein hohes Infektionsrisiko besteht. Größere oder stark schmerzhafte Verbrennungen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Verbrennungen dritten und vierten Grades
Verbrennungen dritten und vierten Grades sind schwere Verletzungen und stellen einen medizinischen Notfall dar. Sie sind gekennzeichnet durch tiefgreifende Gewebeschäden mit großen Anteilen abgestorbenen Gewebes (Nekrosen). Oberhaut und Lederhaut sind vollständig zerstört, teilweise sind auch Muskeln, Sehnen oder Knochen betroffen.
Auffällig ist, dass diese Verbrennungen oft weniger schmerzhaft sind als leichtere Grade. Ursache hierfür ist die Zerstörung der Nervenendigungen, wodurch die Schmerzempfindung stark vermindert oder aufgehoben ist. Die Behandlung solcher Verletzungen muss zwingend im Krankenhaus erfolgen und erfordert meist eine intensive medizinische Versorgung.
Wichtiger Hinweis:
Verbrennungen im Bereich von Kopf, Händen, Füßen, Genitalien oder großen Körperflächen müssen immer ärztlich behandelt werden.
Insbesondere bei Kopf- oder Handverbrennungen sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden, da hier ein erhöhtes Risiko für einen Schock, Funktionsverluste und bleibende Schäden besteht.